
Die junge OvaHerero-Aktivistin Ningiree Kauvee reist von Otiwarongo, Namibia, nach Göttingen, einer Stadt, deren koloniale Vergangenheit bis in die Gegenwart hineinwirkt. Ihre Mission: Die unsichtbaren Spuren des kolonialen Erbes aufzudecken. Der Film begleitet Ningiree, die sich intensiv auf einen performativen Stadtrundgang vorbereitet, der das Verborgene ans Licht bringen soll. Sie besucht die Anthropologische Sammlung der Universität Göttingen, die vier menschliche Überreste aus Namibia enthält, sowie die ehemalige Kolonialschule in Witzenhausen. An den historischen Stätten wie den Denkmälern und Gräbern der Kolonialprofiteure erkennt sie die Ungleichheiten: Hier werden die Täter geehrt, während die Opfer, die OvaHerero und Nama, namenlos bleiben. Ningirees Stadtrundgang durch Göttingen wird zu einem Akt der Selbstermächtigung.